Bad Niedernau und die Nonnen

In Bad Niedernau ließen sich in den 1950er Jahren Nonnen der Kongregation „Arme Schulsschwestern“ nieder. Sie nannten sich „Arme Schulschwestern aus Filipowa“, denn einige von ihnen stammten von dort, hatten dort bereits ein Kloster. Doch der Zweite Weltkrieg und die Vertreibung der Deutschen aus Jugoslawien hatte alles verändert. Gingen bis dahin vorwiegend deutschsprachige Mädchen und auch Jungs bei ihnen in die Klosterschule, so war damit 1945 Schluß. Die serbischen Milizen steckten alle Deutschen in Konzentrationslager oder verschickten sie zur Zwangsarbeit. Sie wurden enteignet. Wer überlebte, schaffte es in den folgenden Jahren vielleicht nach Österreich oder nach Deutschland oder anderswohin auf der Welt. Die Nonnen zogen nach, unterrichteten in Bad Niedernau Spätaussiederkinder, bis sie 1967 das benachbarte Bad-Hotel übernahmen und in einen Kurbetrieb umwandelten. Neubauten folgten, die Heilquellen wurden erneut erbohrt. Viele Donauschwaben, speziell diejenigen, die in den Internierungslagern ein Gelöbnis gemacht hatten, taten sich zusammen und stifteten dem Kloster-Heilbad eine Kapelle. Jährlich finden seitdem bis heute an Himmelfahrt Wallfahrten dorthin statt. Bad Niedernau ist den Donauschwaben die neue geistliche Heimat geworden.

Die Ausstellung greift diese Geschichten auf, thematisiert auch die Geschichte der raschen Integration der Filipowaer in das Nachkriegsdeutschland und diskutiert mehrere Varianten, eine Dokumentationsstätte der Filipowaer, der Donauschwaben, der Armen Schulschwestern und des Niedernauer Bades einzurichten. Zahlreiche Wege hatten sich hier gekreuzt.