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Stuttgarts VRgangene Orte

Rasant verändert sich Stuttgart. Seit 2012 ist der 360°-Fotograf Heiko Stachel unterwegs und dokumentiert Gebäude, die abgerissen oder umgebaut werden – interessante Orte! Betrachtet man seine Aufnahmen in den Virtual-Reality-Brillen in der Ausstellung, so wird man direkt dorthin zurückversetzt. Rundgänge eröffnen sich, als ob die Zeit angehalten wurde. Zeitreisen zurück ins derzeit geschlossene Bad Berg werden möglich, Blicke in abgerissene Stuttgarter Kirchen, in Fabriken, in aufgegebene Clubs und Szenelokale erlauben virtuelle Besuche in Alltagswelten, die verschwunden sind. Zu entdecken gibt es interessante Architektur kurz vor oder beim Moment ihres Verfalls. Dies ermöglicht eine neuartige virtuelle Erinnerungsdimension, die selbstbestimmte Rundgänge erlaubt, zu Orten, an denen sich Stuttgart heute in neuem Gewand zeigt.

An neun Stationen mit neuester Medientechnik werden über 20 Stuttgarter Örtlichkeiten vorgestellt, die sich kürzlich verändert haben. Allein das StadtPalais selbst, das sich von der Stadtbibliothek zum Museum für Stuttgart wandelte, wird in vier Etappen seit den ersten Zwischennutzungen bis zur Neueröffnung dokumentiert. Bad Berg kann besucht werden bis hinein in die Umkleidekabinen. Die Calwer Passage wird wieder begehbar, im Olgäle können die Flure durchschritten werden. Die Wagenhallen sieht man in ihrer Zeit der Zwischennutzung, die Fabrik von Parkett-Franck kurz vor dem Abriss. Und die IBM-Hauptzentrale? Die ist sicher einigen Stuttgartern von innen gar nicht bekannt. In manchen Gebäudekomplexen kann man bis aufs Dach steigen und rundum blicken. Es geht dabei nicht um einen romantischen Blick zurück, nicht um nostalgisches Festhalten. Es geht um eine neue Art der Erinnerung, um Möglichkeiten, jüngste Vergangenheit für sich neu aufleben zu lassen.

Fotografien und Medienapplikationen: Heiko Stachel

Kuratorierung und Texte: Frank Lang

Gestaltung und Grafik: Steffen Vetterle

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